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Das hilft gegen Halsschmerzen

Eine Erkältung kündigt sich häufig mit Halsweh an – ein unangenehmes Symptom. Was die Beschwerden lindert
von Dr. Martin Allwang, aktualisiert am 14.10.2016

Wegen Halsschmerzen ins Krankenhaus? Das kann vorkommen, berichtet Professor Friedrich Bootz, Chefarzt der Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in Bonn. "In schweren Fällen, beispielsweise bei einer Eiteransammlung hinter den Mandeln, einem Mandelabszess, sind die Schmerzen manchmal so schlimm, dass die Patienten nicht mehr schlucken können." Dann muss der Flüssigkeitsbedarf durch Infusionen ergänzt und das Gewebe durch chirurgische Maßnahmen entlastet werden.

Meist steckt eine Erkältung hinter Halsschmerzen

Viel häufiger rührt der Schmerz beim Schlucken aber von einer Erkältung her. "Der Rachenraum wird von zahllosen Nerven durchzogen. Die Entzündung auf der Schleimhaut versetzt die Schmerzfühler in Alarmbereitschaft", erklärt Bootz.

In acht von zehn Fällen sind Viren die Auslöser der schmerzhaften Entzündung. Gegen diese Krankheitserreger helfen keine Antibiotika. Der Patient kann dann nur abwarten, bis das körpereigene Immunsystem den Viren den Garaus gemacht hat. Wer erkältet ist, sollte sich schonen. Und das nicht nur, wie Friedrich Bootz betont, weil die Erkältung so am schnellsten vorbeigeht. "Wenn der Kranke die Symptome ignoriert und Sport treibt, können die Viren auf den Herzmuskel übergreifen und ihn auf Dauer schädigen."

Was hilft gegen Halsweh?

Aber auch wenn es kein Mittel gibt, das die Erkältungsviren direkt abtötet, können Sie eine Menge tun, um die Halsschmerzen zu lindern. Apotheker Dr. Thomas Maschke aus Rodewisch in Sachsen erläutert, welche Präparate dafür infrage kommen und was sie bewirken:

Schleimhaut schützen

Lutschpastillen mit Isländisch Moos oder Hyaluronsäure bilden einen Film auf der Schleimhaut, der sie vor Reizungen und dem erneuten Angriff von Krankheitserregern schützt. "Solche Mittel eignen sich auch zur Vorbeugung, etwa bei Menschen, die länger reden oder singen müssen und wissen, dass ihnen davon leicht der Hals wehtut", sagt Maschke.

Schmerz mit Lutschpastillen betäuben

Stärker wirken örtlich betäubende Mittel, die in vielen Lutschpastillen enthalten sind, oft in Kombination mit desinfizierenden Wirkstoffen. Wichtig ist, solche Mittel nicht zu lange anzuwenden, weil der örtlich betäubende Effekt ernste Ursachen verschleiern kann. Wer bemerkt, dass die Schmerzen nach dem Absetzen dieser Präparate wiederkommen, sollte auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Viren durch Gurgellösungen wegspülen

Gurgellösungen gelangen in Bereiche der Schleimhaut, die sich mit Lutschtabletten nicht behandeln lassen. Durch das Gurgeln werden Krankheitserreger mechanisch von der Schleimhaut entfernt; die enthaltenen Wirkstoffe unterstützen diesen Effekt. "Gurgeln ist aber nicht sehr beliebt. Viele Menschen können auch gar nicht gurgeln, weil sie davon einen Würgereiz bekommen", schränkt Apotheker Maschke ein. Nach seiner Erfahrung sind es vor allem die Älteren, die ihr Halsweh so bekämpfen.

Schleimhaut befeuchten

Salzhaltige Lutschpastillen verhindern die Austrocknung der Schleimhaut. Dadurch kann das Immunsystem die Erreger besser bekämpfen. Salzhaltige Lutschpastillen tun vor allem Patienten gut, die sich trotz Halsweh in trockener Heizungsluft oder verrauchten Räumen aufhalten müssen.

Durchblutung fördern

Das erleichtert es dem Immunsystem, die Viren abzuwehren. Neben einem Schal empfehlen sich auch Tees mit Heilpflanzen wie Salbei oder Inhalationen. "Salbei ist die ideale Heilpflanze bei Halsschmerzen", sagt Thomas Maschke. "Die Gerbstoffe schützen die Schleimhaut, das ätherische Öl desinfiziert."

Wann zum Arzt?

Bei viral bedingten Halsschmerzen ist Selbsthilfe gut möglich, sagt HNO-Arzt Bootz. "Wenn die Beschwerden aber plötzlich auftreten, wenn man sich sehr schlecht fühlt oder hohes Fieber dazukommt, sollte ein Arzt klären, ob es sich um eine bakterielle Infektion handelt." Unbehandelt kann eine Streptokokken-Angina Gelenke, Herz oder Nieren angreifen.

Früher war das rheumatische Fieber als Folge einer nicht behandelten Angina gefürchtet. "Heute sieht man solche Krankheitsfolgen selten, weil Antibiotika vorbeugen." Im Gegensatz zu einfachen Erkältungen, bei denen die Bakterienkiller oft unnötig verordnet werden, haben sie bei einer eitrigen Angina ihre Berechtigung.


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